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Was ist ein Emoji? Bedeutung, Herkunft und Technik

Was ist ein Emoji? Ein Emoji ist ein standardisiertes Bildzeichen wie 😂, ❤️ oder 👍, das Sie wie einen Buchstaben in Nachrichten, E-Mails und Beiträge einfügen. Weil jedes Emoji im Unicode-Standard einen festen Platz hat, kommt es auf jedem Gerät an, auch wenn es dort etwas anders aussieht. Auf dieser Seite erfahren Sie, woher Emojis stammen, wie sie technisch funktionieren und warum ein iPhone-Emoji auf Android anders wirkt.

Inhalt
  1. Was sind Emojis genau?
  2. Woher kommt das Wort Emoji?
  3. Emoji-Geschichte: von Japan in die ganze Welt
  4. Unicode und Emoji-Versionen: wie viele Emojis kamen wann dazu?
  5. Apple-Emojis, Android-Emojis, WhatsApp: warum sieht dasselbe Emoji anders aus?
  6. ZWJ-Sequenzen: Emojis, die aus mehreren Emojis bestehen
  7. Hauttöne: wie funktionieren die Hautfarben bei Emojis?
  8. Emoji, Emoticon, Kaomoji und Sticker: was ist der Unterschied?
  9. Wie kommt ein neues Emoji in den Standard?
  10. Bedeutung: offiziell, im Alltag und in Chats
  11. Wo werden Emojis überall genutzt?
  12. Häufige Fragen

Was sind Emojis genau?

Emojis sind Schriftzeichen, keine Bilder im üblichen Sinn. Ein Foto oder ein GIF wird als Datei verschickt. Ein Emoji dagegen ist ein Zeichen wie „A“ oder „?“, nur dass das Gerät dafür eine kleine farbige Grafik zeichnet.

Daraus ergeben sich typische Eigenschaften: Emojis lassen sich in jedes Textfeld tippen, kopieren und suchen. Sie brauchen kaum Speicherplatz. Und sie funktionieren über App-Grenzen hinweg, von WhatsApp über Instagram bis zur Betreffzeile einer E-Mail.

Es gibt Emojis für Gesichter, Gesten, Menschen, Tiere, Essen, Orte, Sport, Gegenstände, Symbole und Flaggen. Unsere Datenbank führt 1.914 Emojis mit deutschem Namen, die einzelnen Hautton-Varianten nicht mitgezählt. In der Emoji-Suche mit allen Bedeutungen finden Sie jedes davon nach Begriff.

Im Deutschen sagt man meist „das Emoji“, die Mehrzahl lautet „die Emojis“. „Der Emoji“ hört man im Alltag ebenfalls.

Woher kommt das Wort Emoji?

Das Wort stammt aus dem Japanischen. Es setzt sich aus e (Bild) und moji (Schriftzeichen) zusammen. Ein Emoji ist also wörtlich ein „Bildschriftzeichen“.

Mit dem Wort „Emotion“ hat Emoji sprachlich nichts zu tun. Die Ähnlichkeit ist Zufall. Sie hat aber sicher dazu beigetragen, dass sich der Begriff im Deutschen und Englischen so leicht eingeprägt hat, denn viele Emojis zeigen tatsächlich Gefühle.

Emoji-Geschichte: von Japan in die ganze Welt

1999: die ersten Emojis für i-mode

Die Emojis, wie wir sie kennen, entstanden 1999 in Japan. Shigetaka Kurita entwarf damals einen Satz kleiner Symbole für i-mode, den mobilen Internetdienst des Mobilfunkanbieters NTT Docomo. Die Zeichen waren winzig und einfarbig gestaltet, damit sie auf den kleinen Displays der Handys lesbar blieben. Sie zeigten Wetter, Verkehrsmittel, Gesichter, Herzen und andere Alltagsmotive.

Das Museum of Modern Art in New York nahm diesen ersten Emoji-Satz 2016 in seine Sammlung auf. Damit gelten die frühen Zeichen auch offiziell als Teil der Design-Geschichte.

2010: Emojis werden Teil von Unicode

Anfangs hatte jeder japanische Mobilfunkanbieter eigene Emojis. Zwischen verschiedenen Netzen und Geräten kamen sie nicht zuverlässig an. Die Lösung war die Aufnahme in Unicode, den weltweiten Standard für Schriftzeichen. Mit Unicode 6.0 erhielten Emojis 2010 feste Codes. Erst dadurch konnten Hersteller außerhalb Japans sie einheitlich unterstützen.

2015: Hauttöne und eigene Emoji-Versionen

2015 kamen die Hauttöne hinzu. Seitdem lassen sich viele Personen- und Hand-Emojis in fünf Hautfarben darstellen. Im selben Jahr begann die eigene Zählung der Emoji-Versionen mit Emoji 1.0. Seitdem erscheinen regelmäßig neue Emojis.

Jedes Jahr am 17. Juli ist außerdem World Emoji Day, ein inoffizieller Aktionstag rund um Emojis.

Unicode und Emoji-Versionen: wie viele Emojis kamen wann dazu?

Jedes Emoji gehört zu einer Emoji-Version. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Emojis unserer Datenbank mit welcher Version eingeführt wurden. Die Emojis aus Unicode 6.0 (2010) und Unicode 7.0 (2014) werden dabei als Version 0.6 und 0.7 geführt, weil es eigene Emoji-Versionsnummern erst seit 2015 gibt. Ab 2018 folgen die Emoji-Versionen der Nummerierung von Unicode, deshalb springt die Zählung von 5.0 auf 11.0.

Emoji-VersionJahrNeue Emojis in unserer Datenbank
0.6 (Unicode 6.0)2010719
0.7 (Unicode 7.0)2014139
1.02015170
2.02015271
3.0201672
4.02016113
5.0201779
11.0201877
12.0201975
12.1201923
13.0202067
13.120207
14.0202137
15.0202221
15.1202328
16.020248
17.020258

Die Zahlen beziehen sich auf eigenständige Emojis ohne die Hautton-Varianten. Rechnet man jede Hautfarbe einzeln, ergibt sich eine deutlich höhere Gesamtzahl. Welche Zeichen mit den letzten Versionen dazugekommen sind und wann sie auf dem Handy erscheinen, zeigt die Übersicht der neuen Emojis für iPhone, Android und WhatsApp.

Apple-Emojis, Android-Emojis, WhatsApp: warum sieht dasselbe Emoji anders aus?

Unicode legt für jedes Emoji nur fest, welches Zeichen gemeint ist und wie es heißt, zum Beispiel „Grinsendes Gesicht“. Wie die Grafik aussieht, bestimmt jeder Hersteller selbst. Deshalb gibt es Apple-Emojis, Google-Emojis, Samsung-Emojis, Microsoft-Emojis und weitere Designs.

  • iPhone-Emojis (iOS): Apple zeichnet eigene Emojis für iPhone, iPad und Mac. Sie stehen nur auf Apple-Geräten zur Verfügung.
  • Android-Emojis: Google liefert eigene Grafiken. Einige Hersteller wie Samsung verwenden auf ihren Geräten wiederum ein eigenes Design.
  • Windows: Microsoft hat einen eigenen Emoji-Stil für Windows-PCs.
  • Apps: Manche Apps bringen eigene Grafiken mit. WhatsApp zeigt deshalb auf einem Teil der Geräte andere Emojis als die Tastatur des Systems.

Für Sie bedeutet das: Gesendet wird immer dasselbe Zeichen. Angezeigt wird es beim Empfänger mit dessen Grafik. Ein 😬, das auf Ihrem iPhone verlegen wirkt, kann auf einem anderen Gerät etwas angespannter aussehen. Bei Gesichtern mit feinen Nuancen lohnt deshalb ein Blick auf die Bedeutung in unseren Smiley-Bedeutungen.

Ein Sonderfall ist ein Emoji, das auf dem Empfängergerät noch nicht existiert. Dann erscheint ein leeres Kästchen, ein Fragezeichen oder das Emoji zerfällt in zwei einzelne Zeichen. Das passiert vor allem bei sehr neuen Emojis, solange das Gerät des Empfängers noch kein passendes Update hat.

Apple-Emojis zum Kopieren?

Wer Apple-Emojis kopieren möchte, kopiert in Wahrheit immer das Unicode-Zeichen. Fügen Sie es auf einem iPhone ein, erscheint es im Apple-Design. Auf einem Windows-PC oder Android-Handy zeigt dasselbe Zeichen das Design dieses Geräts. Wie Sie Emojis am Computer oder in Programmen einfügen, erklärt die Anleitung Emojis kopieren und einfügen.

Wie bekommen Sie die neuesten iPhone- und Android-Emojis?

Neue Emojis kommen nicht über die Tastatur-App allein, sondern mit dem Betriebssystem. Auf dem iPhone installieren Sie dafür das aktuelle iOS-Update in den Einstellungen. Auf Android hängt es vom Hersteller ab: Manche Geräte erhalten neue Emojis mit dem nächsten System-Update, andere über Updates der Tastatur oder einzelner Apps.

Ein älteres Gerät ohne Updates zeigt neue Emojis oft gar nicht an. Das liegt nicht an der Nachricht, sondern an der fehlenden Grafik auf dem Gerät. Schickt Ihnen jemand ein Zeichen, das bei Ihnen als Kästchen erscheint, ist meist ein neues Emoji der Grund.

ZWJ-Sequenzen: Emojis, die aus mehreren Emojis bestehen

Viele Emojis sind gar keine einzelnen Zeichen, sondern Kombinationen. Sie werden durch ein unsichtbares Verbindungszeichen zusammengehalten, den sogenannten Zero Width Joiner (ZWJ). Unterstützt das Gerät die Kombination, zeigt es ein gemeinsames Bild.

Ein bekanntes Beispiel ist das Herz in Flammen: ❤️‍🔥 besteht aus ❤️ (rotes Herz), dem unsichtbaren Verbindungszeichen und 🔥 (Feuer). Auch viele Berufe, Familien und Varianten mit Geschlecht entstehen auf diese Weise, etwa 😮‍💨 aus 😮 und 💨.

Kennt ein Gerät die Kombination nicht, zeigt es die Bestandteile nebeneinander, also ❤️🔥 statt eines einzigen Herzens in Flammen. Der Inhalt bleibt verständlich, nur die Darstellung ist weniger elegant.

Hauttöne: wie funktionieren die Hautfarben bei Emojis?

Seit 2015 gibt es fünf Hautton-Modifikatoren. Sie orientieren sich an der Fitzpatrick-Skala, einer Einteilung von Hauttypen aus der Dermatologie. Technisch wird der Modifikator direkt hinter ein Emoji wie 👍 gesetzt. Das Gerät zeichnet daraus einen Daumen in der gewählten Farbe.

Ohne Modifikator erscheinen Personen und Hände in einem neutralen Gelb. Auf Smartphones halten Sie das Emoji auf der Tastatur gedrückt, um einen Hautton auszuwählen. Unterstützt ein Gerät die Kombination nicht, sieht der Empfänger das gelbe Emoji und daneben ein farbiges Quadrat.

Welche Farbe Sie wählen, ist Ihre Sache. Viele Menschen nehmen den eigenen Hautton, andere bleiben beim neutralen Gelb.

Emoji, Emoticon, Kaomoji und Sticker: was ist der Unterschied?

FormBeispielWas es ist
Emoji😊Eigenes Bildzeichen im Unicode-Standard, funktioniert in fast jeder App
Emoticon:-) ;-) :3Gesicht aus normalen Satzzeichen, meist seitlich zu lesen
Kaomoji(^_^) ¯\_(ツ)_/¯Japanischer Stil aus Zeichen, gerade von vorn zu lesen
StickerBilddateiGrafik innerhalb einer bestimmten App, kein Schriftzeichen

Emoticons gab es lange vor Emojis. Sie bestehen aus Doppelpunkt, Bindestrich, Klammer und anderen Zeichen der Tastatur. Eine Übersicht mit Bedeutungen finden Sie bei den Smileys aus Zeichen. Die japanische Variante mit vielen Sonderzeichen heißt Kaomoji; Beispiele und Bedeutungen stehen in der Sammlung Kaomoji zum Kopieren.

Sticker sind dagegen Bilder, die eine App wie WhatsApp oder Telegram selbst verwaltet. Sie lassen sich nicht in ein beliebiges Textfeld tippen und erscheinen außerhalb der App nicht als Zeichen.

Auch Genmoji und Memoji vom iPhone sind solche Bilder, keine Unicode-Zeichen. Wie Sie damit, mit Fotos oder mit Emoji Kitchen auf Android ein eigenes Emoji gestalten, zeigt die Anleitung Emoji erstellen.

Wie kommt ein neues Emoji in den Standard?

Über neue Emojis entscheidet das Unicode-Konsortium, eine gemeinnützige Organisation, die den Unicode-Standard pflegt. Neue Emojis entstehen auf Vorschlag. Ein Antrag muss begründen, warum das Emoji gebraucht wird und warum es sich von vorhandenen Zeichen unterscheidet.

  1. VorschlagEin Antrag mit Beschreibung, Begründung und Beispielgrafik wird beim Konsortium eingereicht.
  2. PrüfungDie zuständigen Gremien prüfen den Vorschlag. Viele Anträge werden abgelehnt oder zurückgestellt.
  3. AufnahmeAngenommene Emojis erscheinen in einer neuen Emoji-Version mit Namen und Code.
  4. GestaltungApple, Google, Samsung, Microsoft und andere zeichnen ihre eigenen Versionen.
  5. AuslieferungDie Emojis kommen mit System- oder App-Updates auf die Geräte, bei jedem Hersteller zu einem anderen Zeitpunkt.

Zwischen der Aufnahme in den Standard und dem Erscheinen auf dem Handy vergehen deshalb oft Monate. Apple liefert neue Emojis traditionell mit dem Frühjahrs-Update aus, dessen Versionsnummer auf „.4“ endet.

Bedeutung: offiziell, im Alltag und in Chats

Ein Emoji hat einen offiziellen Namen, aber oft mehrere Bedeutungen. Der Totenkopf 💀 steht offiziell für den Tod. In vielen Chats heißt er dagegen „ich lache mich tot“. Die Aubergine 🍆 ist ein Gemüse und zugleich eine bekannte Anspielung.

Wie ein Emoji gemeint ist, hängt deshalb vom Zusammenhang, vom Alter der Schreibenden und von der Plattform ab. Drei Beispiele vertiefen das:

Für einzelne Zeichen lohnt sich ein Blick in die Kategorien: Herz-Emojis und ihre Farben, Hand-Emojis und die Emoji-Liste nach Kategorien.

Wo werden Emojis überall genutzt?

Emojis funktionieren überall, wo Text eingegeben wird: in Messengern, sozialen Netzwerken, E-Mails, Kalendern und Dateinamen. Auf dem Smartphone öffnen Sie sie über das Smiley-Symbol der Tastatur. Am Computer gibt es eigene Tastenkürzel; wie das unter Windows klappt, steht in der Anleitung Emojis am PC, für den Mac unter Emojis am Mac.

Emojis eignen sich auch zum Spielen: Im Emoji-Quiz mit Lösungen sind Filmtitel, Märchen, Sprichwörter und Weihnachtslieder in Emoji-Reihen versteckt.

Im Beruf gilt: Emojis sind in vielen Teams normal, in formellen Schreiben aber unüblich. Ein 👍 als Bestätigung wird meist verstanden. Gesichter mit Ironie oder Doppeldeutung sind dagegen schnell missverständlich, besonders gegenüber Menschen, die man kaum kennt.

Häufige Fragen

Was ist ein Emoji einfach erklärt?

Ein Emoji ist ein kleines Bildzeichen, das wie ein Buchstabe in einen Text eingefügt wird. Es ist im Unicode-Standard festgelegt und funktioniert deshalb auf Smartphones, Computern und in fast allen Apps. Jeder Hersteller zeichnet seine eigene Version, die Bedeutung bleibt gleich.

Hat das Wort Emoji etwas mit Emotion zu tun?

Nein. Das Wort kommt aus dem Japanischen: e bedeutet Bild, moji Schriftzeichen. Die Ähnlichkeit mit dem Wort Emotion ist ein Zufall, auch wenn viele Emojis Gefühle ausdrücken.

Warum sehen Emojis auf dem iPhone anders aus als auf Android?

Unicode legt nur fest, welches Zeichen gemeint ist und wie es heißt. Die Grafik gestaltet jeder Hersteller selbst: Apple für iPhone und Mac, Google und Samsung für ihre Android-Geräte, Microsoft für Windows. Gesendet wird immer dasselbe Zeichen, angezeigt wird die Grafik des Empfängergeräts.

Kann man Apple-Emojis auf einem Android-Handy nutzen?

Die Zeichen selbst ja, die Apple-Grafiken nicht. Ein Emoji, das Sie auf Android senden, erscheint auf einem iPhone automatisch im Apple-Design. Auf Ihrem Android-Gerät sehen Sie dagegen die Grafiken Ihres Herstellers oder Ihrer App.

Was ist der Unterschied zwischen Emoji und Emoticon?

Ein Emoticon besteht aus normalen Satzzeichen, zum Beispiel :-) oder ;-). Ein Emoji ist ein eigenes Bildzeichen mit festem Platz im Unicode-Standard. Viele Apps wandeln getippte Emoticons inzwischen automatisch in Emojis um.

Wer entscheidet, welche neuen Emojis es gibt?

Das Unicode-Konsortium. Neue Emojis werden dort vorgeschlagen, geprüft und mit einer neuen Emoji-Version freigegeben. Anschließend gestalten Apple, Google, Samsung, Microsoft und andere ihre Grafiken und liefern sie mit Updates aus.

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Aktualisiert am 11. Oktober 2026